INTERESSENVERTRETUNG ELEKTRONIK & KLANGKUNST

Die bisher schon vielseitige und lebendige, in 2016 aber noch kaum selbstorganisierte Szene der Elektronischen Musik in Köln wie auch die transdisziplinäre arbeitende Szene der Klangkunst haben sich neu formiert und bekommen ein Gesicht: Seit Mai 2017 umfasst das Netzwerk der neu gegründeten ›Interessenvertretung Elektronik & Klangkunst‹ ca. 130 professionelle AkteurInnen in Köln. Das Schaffensfeld der AkteurInnen reicht dabei von der allein schon geschichtlich für Köln relevanten Elektronischen Musik, mit Spielarten von akademisch bis experimentell, über eine Vielzahl an Varianten der Improvisierten Musik wie auch des Musiktheaters bis hin zu Erweiterungen der Neuen Musik, der Klang- und Medienkunst wie auch transdisziplinären Zugängen zu Musik. Als Zusammenschluss eines großen heterogenen Spektrums wie auch im Austausch mit den Hochschulen, visuellen Künsten, Natur- und Geisteswissenschaften ist die Interessenvertretung Elektronik & Klangkunst in Köln keine Randexistenz. Vielmehr ist sie direkter Spiegel einer komplex gewordenen Gesellschaft im global vernetzten Zeitalter. Gemeinsam wurde eine Geschäftsordnung aufgesetzt und beschlossen, vier neu gewählte SprecherInnen – Anke Eckardt, Felix Knoblauch, Joker Nies und Georg Dietzler – vertreten die Interessenvertretung Elektronik & Klangkunst für die kommenden zwei Jahre.

Aktuell wird eine Bedarfsermittlung unter allen AkteurInnen durchgeführt. Die bisherigen Antworten zeigen auf, dass Grundlegendes fehlt:
¬ Neben einem von Vielen angefragten größeren betreuten Ton- und Videotechnikpool zur kostenlosen Ausleihe soll die Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung von Elektronik & Klangkunst verbessert werden. Die Vielfalt der Musik in Köln muss für die Stadtgesellschaft und Besucher sichtbarer werden!
¬ Möchte Köln darüber hinaus zeitgemäß im internationalen Vergleich agieren, fehlt seit langem ein fester, zentral gelegener Veranstaltungsort für Elektronische Musik und Klangkunst, der Aufführungen, die Erarbeitung von Projekten wie auch ein Residenzprogramm mit Werkstätten ermöglicht. Dies wäre zugleich auch ein Treffpunkt für die Elektronische Musik & Klangkunst, so wie es z. B. in London das Cafe Oto oder in Brüssel das Q-O2 ist bzw. in den 2000er-Jahren die Galerie Rachel Haferkamp in Köln einmal war. Für internationale Vernetzungen ist solch ein Szene-Treffpunkt, eine Ideenschmiede, ein Ort für neue Kooperationen essentiell! Eine gewünschte Verwurzelung wie auch Brückenschläge und Vernetzungen dieses Ortes innerhalb Kölns ergäben sich allein schon durch das Spektrum der AkteurInnen der Interessenvertretung Elektronik & Klangkunst, das junge Professionelle wie auch Mid-Career-Artists und Pioniere diverser Szenen umfasst.

In Abstimmung mit der Kulturverwaltung und dem Kulturausschuss sind diese grundlegenden Rahmenbedingungen zeitnah anzustreben – mit dem Zusammenschluss von Elektronik & Klangkunst kann ein neues lokales, regionales und internationales Aushängeschild für die Stadt entstehen.


Anke Eckardt
SPRECHERIN DER INTERESSENVERTRETUNG ELEKTRONIK & KLANGKUNST