KÖLNER GESELLSCHAFT FÜR ALTE MUSIK

2011 hat sich die Kölner Gesellschaft für Alte Musik (KGAM) e.V. gegründet, die von Musikerinnen und Musikern der freien Szene und Freunden der Alten Musik getragen wird. Sie veranstaltet jährlich das Kölner Fest für Alte Musik und konnte im Februar 2012 das Kölner Zentrum für Alte Musik (ZAMUS) in der Heliosstraße eröffnen, mit Geschäftsstellen von Orchestern, Ensembles und Agenturen, Konferenzräumen und Probensälen; hier finden auch öffentliche Veranstaltungen mit Alter Musik statt. Das ZAMUS konnte sich in den vergangenen Jahren konsolidieren, und die Erhöhung des Betriebskostenzuschusses der Stadt Köln für die KGAM zur Durchführung des Festes für Alte Musik hat das Festival deutlich stabilisiert, das 2017 seinen Weg der interaktiven, spartenübergreifenden Formate erfolgreich fortgesetzt hat. Ein Schwerpunkt war dabei das Flüchtlingsprojekt ›Musica Fugit‹ mit Migranten, das dabei auch künstlerische Maßstäbe setzte und zum renommierten Festival Oude Muziek Utrecht eingeladen war. Hinzu kam das Beteiligungsprojekt ›Vier Jahreszeiten‹ mit Kölner Schülerinnen und Schülern, die Flüchtlingskinder unterrichten. Zweiter Schwerpunkt war der Anspruch, das Publikum der Alten Musik zu erweitern, was mit Auftritten des Sängers Guildo Horn und des Fetish-Baroque Ensembles zu künstlerisch hochinteressanten Ergebnissen führte.

Inzwischen wurde außerhalb des Festivals das Präsentationsformat ›ZAMUS unlimited‹ geschaffen, in dem ungewöhnliche Konzertformen und/oder Projekte in einem experimentellen Rahmen erprobt werden können. Hohen Diskussions- und Arbeitsbedarf sehen die Ausführenden in der Frage der Existenzsicherung von freien Musikerinnen und Musikern. Die Frage nach Mindesthonorierung und anderen Standards ist eine, die ganz dringend auf die Agenda aller Beteiligten gehört.


Thomas Höft
GESCHÄFTSFÜHRUNG DES ZAMUS
KÜNSTLERISCHE LEITUNG DES KÖLNER FEST FÜR ALTE MUSIK