WDR Funkhaus
Wallfrafplatz 5
, 50667 Köln

Dom/Hbf: U 5, 16, 18



¬ Wulfin Lieske – Gitarre

Die legendäre ›La Leona‹ baute Antonio de Torres 1856 in Sevilla – ein Instrument, das er mehrfach modifizierte und von dem er sich zeitlebens nicht getrennt hat. Mit ihr beginnt die Geschichtsschreibung der modernen Gitarre. Seit über zwanzig Jahren spielt Wulfin Lieske auf diesem Instrument. Für die Kölner Musiknacht hat er sich mit der fünfsätzigen Partita d-Moll für Violine solo, die Johann Sebastian Bach mit einer ›Ciaccona‹ beschließt, ein nicht minder legendäres Werk ausgesucht, dessen einzigartigen kompositorischen Kosmos er in den Klängen der ›Leona‹ auf ganz eigene Weise erkundet.

Programm kuratiert von WDR 3



¬ Eugenia Ottaviano – 1. Violine
¬ Guglielmo Dandolo Marchesi – 2. Violine
¬ Erin Kirby – Viola
¬ Moritz Benjamin Kolb – Violoncello

Das Alinde Quartett lässt seine hervorragenden Ensemblequalitäten heute dem düsteren f-Moll-Streichquartett zugutekommen, das Felix Mendelssohn Bartholdy im September 1847, wenige Wochen vor seinem Tod, als sein Opus 80 vollendete – ein Ausnahmewerk, komponiert als instrumentales ›Requiem‹ für die im Frühjahr unerwartet verstorbene Schwester Fanny.

Programm kuratiert von Gary Holt, Elnara Ismailova und Nicola Müllers



¬ Christoph Maria Wagner – Klavier

Christoph Maria Wagners remiXe mischen Heiligtümer der Klaviermusik neu ab. Die Vorlagen werden im aktuellen Wortsinn ›remixed‹, also mit Verfahren der populären elektronischen Musik bearbeitet. Ziel ist es, die Wahrnehmung der Werke aufzufrischen und das zugrundeliegende Material in neue Richtungen zu führen. Für die Kölner Musiknacht lässt Christoph Maria Wagner seine Verjüngungskur dem Kopfsatz von Beethovens ›Fünfter‹ angedeihen, Klavierstücken wie Debussys ›Le pas sur la neige‹, Feldmans ›palais de mari‹ und Jolivets 3. Stück aus dem Zyklus ›Mana‹. Aber ebenso werden Anton Weberns ›Variationen op. 27‹ gefiltert und geloopt, zu einer Art ›Webern-Disco-Musik‹, sagt Wagner.

Programm kuratiert von Felix Knoblauch, Stefan Thomas und Carter Williams



21 Uhr
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¬ Timm Roller, Jonas Bolle – Elektronik, Laptop
¬ Camilo Sandoval – Live-Videoanimation, Visuals

Stellt man einen Film auf ›stumm‹, verfliegt ein Großteil der Atmosphäre, und es bleiben höchstens ›unscharfe‹ Bilder. Aber das reine Hören eines Horrorfilm-Soundtracks, ohne den Film zu kennen, erzeugt eine fühlbar unheimliche Atmosphäre. Dieses Verhältnis umzudrehen heißt, einen ›Soundtrack‹ ohne Film und Plot zu schaffen – der aber immer noch eine Geschichte erzählt: Visuals reagieren live auf diese Sound-Narration, während diese sich entwickelt und ebenfalls wiederum auf die Interpretation ihrer eigenen Geschichte reagiert. Eine dritte, ungehörte und ungesehene Geschichte entsteht ...

Programm kuratiert von Dietmar Bonnen und Georg Dietzler



¬ Norbert Rodenkirchen – Flöten
¬ Diego Montes – Klarinette, Barockklarinette
¬ Melvyn Poore – Tuba

›Ich neige zu der These, dass die Denkweisen der historischen Aufführungspraxis – einer der jüngsten Bewegungen auf der Suche nach Interpretationsmöglichkeiten – und der Neuen Musik gleichermaßen ständig auf der Suche nach neuen Strukturen und Klangelementen sind. Vielleicht ist das ihr gemeinsamer Nenner.‹ So der Klarinettist Diego Montes, der in beiden ›Welten‹ zuhause ist. Auf der Suche nach deren Gemeinsamkeiten entwickelt er gemeinsam mit zwei weiteren Kölner Künstlern – Norbert Rodenkirchen und Melvyn Poore – einen musikalischen Trialog: mit mittelalterlicher Flöte, Klarinette und Tuba; mit Klappen und ohne; mit Musik und Texten; mit eigenen Kompositionen und Improvisationen.

Programm kuratiert von Elisabeth Coudoux und Constantin Herzog



¬ Melane Nkounkolo, Mirta Junco, Abiodun, Albert N’Sanda – Vocals
¬ Sebastian Eichmeier, Gert Kapo – Keys
¬ Vincent ›Themba‹ Goritzki – Gitarre
¬ Emanuel Stanley – Bass
¬ Roland Peil – Percussion
¬ Micky Kamo – Drums

In der Afro-Soul-Groove-Band ›The Local Ambassadors‹ trifft Jazz auf Soulgesang, Rap und Lingala Chants – Afrobeat auf Salsa, R’n’B und Pop. Ihre Mission ist es, jeden Zuhörer zum Tanzen zu bewegen und dabei für Völkerverständigung, Frieden, Liebe und Respekt zu werben. In der Kölner Musiknacht stellt sie vier der interessantesten Stimmen als Solisten vor: Melane Nkounkolo, geboren in Deutschland mit kongolesischem Background, die auf ihre eigene Art afrikanische Musik verkörpert; Mirta Junco aus Kuba, eine der stärksten Stimmen der Soul-Szene; Abiodun aus Nigeria, ein Pionier der deutschen Reggae-, Afrobeat- & Soul-Bewegung; schließlich Albert N’Sanda, eine der Neuentdeckungen des deutschen Soul und R’n’B.

Programm kuratiert von Daniel Hermes, Jan Krauthäuser und Dimitri Miron